Kleine Regelkunde

Rollstuhlbasketball ist „the most spectacular game on wheels“, die spektakulärste Sportart auf Rädern. Eine Sportart, die erfrischend anders ist: schnell, akrobatisch, leidenschaftlich und gleichzeitig prickelnd, ein wenig exotisch und integrativ wie keine zweite auf der Welt. Grundlegend auf dem Regelwerk das Basketballs basierend haben Körbe, Spielfeld und Spielzeit beim Rollstuhlbasketball exakt die gleichen Dimensionen wie im „Fußgänger“-Basketball: der Korb hängt in 3,05m Höhe, gespielt wird 4x10 Minuten, bei Gleichstand entscheidet eine fünfminütige Verlängerung. Jeder Spieler darf maximal fünf Fouls begehen.



Die kleinen Unterschiede
Dennoch bestehen natürlich kleine Unterschiede: im Rollstuhlbasketball spielen Männer und Frauen, Behinderte und Nichtbehinderte zusammen. Für Chancengleichheit und Gerechtigkeit sorgt ein ausgetüfteltes  Klassifizierungssystem der Spieler. Den Schrittfehler gibt es im Rollstuhlbasketball auch, denn nach zwei Schüben an den großen Rädern muss ein Spieler den Ball dribbeln, ein Doppeldribbling gibt es jedoch nicht: Der Ball kann gehalten oder auf dem Schoß abgelegt werden, das Dribbling darf beliebig oft zum Anschieben unterbrochen werden.

Das Sportgerät
Der Sportrollstuhl ist ein Highend-Sportgerät, der speziell auf die Körpermaße und Bedürfnisse des Sportlers angefertigt wird und 5.000 bis 7.000 Euro kosten kann. Der Rahmen ist fest verschweißt und äußerst belastbar. Die Räder besitzen einen Achssturz von bis zu 21 Grad, was den Rollstuhl besonders wendig macht. Die Sitzposition wählt man abhängig von Behinderung und Spielposition. Höher als 53 cm darf jedoch niemand sitzen, die Räder dürfen maximal 28 Zoll Durchmesser aufweisen und jeder Rollstuhl muss mit einen Rammbügel ausgerüstet sein, der nicht mehr als 11 cm über den Boden liegt. Die deutschen Nationalmannschaften fahren als Premiumprodukt einen „Hurricane” aus dem Hause MEYRA.

Klassifizierung
Die funktionelle Klassifizierung bewertet, über welche basketballrelevanten Muskelfunktionen ein Spieler verfügen kann. Die Skala reicht in 0,5-Punkte-Schritten von 1,0 (beispielsweise für hohe Querschnittslähmungen) bis  zu  4,5 Punkten für Nicht- und Minimalbehinderte. Die Summe der Klassifizierungspunkte der fünf Spieler auf dem Feld darf auf Nationalmannschaftsebene 14,0 (auf Vereinsebene 14,5) nicht überschreiten.

Fouls
Nicht jeder Rollstuhlkontakt ist ein Foul, auch wenn es manchmal heftig „kracht“. Im Prinzip gelten die Foulregeln wie im Fußgänger-Basketball, jedoch auf die Besonderheiten des Rollstuhlbasketballs angepasst: Der Rollstuhl nimmt schließlich wesentlich mehr Raum auf dem Feld ein als ein laufender Basketballer und kann auch nicht auf dem Punkt zum Stehen gebracht werden.

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